Über die Studie „Deutschland mobil 2030“

Szenarien für Verkehr und Mobilität der Zukunft

Deutschland steht vor großen verkehrs- und klimapolitischen Herausforderungen: Das Verkehrsaufkommen im Personen- und Güterverkehr wächst stetig und bringt die Infrastruktur vielerorts an ihre Grenzen.

Das Mobilitätsverhalten der Menschen unterliegt einem tiefgreifenden Wandel und erfordert neue Lösungen im Bereich der Sharing Mobility sowie innovative digitale Angebote. Zugleich müssen die Emissionen dringend gesenkt werden, um die nationalen und internationalen Klimaschutzziele zu erreichen und die Luftqualität in den Städten zu verbessern. Vor diesem Hintergrund hat der VDV bereits im Herbst 2017 in der Broschüre „Neue Mobilität für ein mobiles Land“ Handlungsempfehlungen für die 19. Legislaturperiode des Deutschen Bundestages vorgelegt.

Den Modal Split im Personen- und im Güterverkehr auf der Schiene steigern.

Zielhorizont 2030

Die nun vorliegende Broschüre knüpft an diese Handlungsempfehlungen an und führt sie auf Basis der aktuellen Studie „Deutschland mobil 2030“ weiter. Für die Studie hat die Beratungsgesellschaft PwC gemeinsam mit Intraplan im Auftrag des VDV Verkehrs- und Mobilitätsszenarien mit dem Zielhorizont 2030 erarbeitet. Die Grundlage dafür bildete die Analyse und Auswertung von 48 zentralen Veröffentlichungen von Bundesministerien, Forschungsinstituten, Verbänden sowie Unternehmen. Auf Basis dieser Bestandsaufnahme wurden Zukunftstrends für den Öffentlichen Personenverkehr und den Schienengüterverkehr herausgearbeitet und im Zuge von Faktenchecks verifiziert. Anhand der Analyse haben die Verfasser sowohl für den ÖPV als auch für den SGV jeweils drei Szenarien abgeleitet: Worst Case, Fortführung und Verbesserung des Status quo sowie die auf den vorherigen Seiten ausführlich dargestellten Best Cases „Verkehrswende“ im Personenverkehr und „Konsequent Schiene“ im Güterverkehr. Eine abschließende Backcasting-Analyse diente der Ableitung strategischer Herausforderungen und der kurz-, mittel- und langfristig wirksamen Maßnahmen zur Zielerreichung .

Szenarien für den Öffentlichen Personenverkehr

Für den Öffentlichen Personenverkehr entwickelt die Studie drei Zukunftsszenarien: In dem Worst-Case-Szenario „Verkehrskollaps“ sind die Verkehrsunternehmen nicht in der Lage, sich gegenüber den neuen Herausforderungen hinreichend zu positionieren und innovative Angebote zu entwickeln. Zudem verzichtet die Verkehrspolitik vollständig auf preis- und ordnungspolitische Maßnahmen zur Begrenzung des Pkw-Verkehrs.

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Untersuchungen haben die Macher der Studie analysiert.

Für die Studie „Deutschland mobil 2030“ wurden im Rahmen eines strukturierten Prozesses je zehn Trends für den Öffentlichen Personenverkehr und den Schienengüterverkehr abgeleitet.

Das macht es unmöglich, die Ziele im Bereich des Umwelt- und Klimaschutzes zu erreichen. Es kommt zu Mobilitätseinschränkungen in Form von Fahrverboten und Staus, die Lebensqualität der Menschen sinkt. In dem Szenario „Ambitionierte Entwicklung“ gelingen den Verkehrsunternehmen die Positionierung als Mobilitätsdienstleister und die Verbesserung des Angebots. Die Politik unterstützt den Infrastrukturausbau und ergreift moderate Maßnahmen zur Begrenzung des Pkw-Verkehrs.

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Trends für ÖPV und SGV werden identifiziert und analysiert.

Das Szenario „Verkehrswende“ geht als Best-Case-Szenario über diese Entwicklung hinaus. Die Verkehrsunternehmen verbessern ihr Angebot umfassend, integrieren neue Anbieter vollständig und werden so zum umfassenden Mobilitätsdienstleister. Die Verkehrspolitik unternimmt erhebliche Anstrengungen zur Sanierung und zum Ausbau der Infrastruktur. Hinzu kommen preis- und ordnungspolitische Maßnahmen zur Begrenzung des Pkw-Verkehrs. Die Klima- und Umweltziele im Verkehrssektor können erreicht werden. Mobilität und Lebensqualität in Stadt und Land verbessern sich spürbar.

Die Studie zeigt den Weg zu mehr Mobilität und Lebensqualität.

Szenarien für den Schienengüterverkehr

Auch für den Schienengüterverkehr beleuchten drei Szenarien die mögliche Entwicklung bis 2030: Im Worst-Case-Szenario „Schiene verliert“ unterbleibt die Umsetzung des Masterplans Schienengüterverkehr. Die Wettbewerbsbedingungen sind weiterhin nachteilig für den SGV. Dadurch bleiben die Verkehrsunternehmen hinter der Konkurrenz auf der Straße zurück und immer mehr Güterverkehrskunden wenden sich von der Schiene ab. Die Straßen sind stark überlastet, die Klimaziele werden deutlich verfehlt. Im Szenario „Ambitionierte Entwicklung“ kann die Schiene ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der Straße durch die Umsetzung des Masterplans Schienengüterverkehr und Verbesserungen bei der Finanzierung ausbauen, darüber hinaus werden die Rahmenbedingungen aber nicht wesentlich verbessert. Dadurch kann die Schiene ihren Umweltvorteil nur leicht steigern und die Klimaschutzziele werden ebenfalls nicht erreicht. Völlig anders sind die Auswirkungen im präferierten Best-Case-Szenario „Konsequent Schiene“, in dem weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des SGV sowie eine Verdoppelung der Lkw-Mautsätze im Zentrum stehen. Die positiven Rahmenbedingungen führen zu deutlichen Wachstumsimpulsen für die Schiene und zum Erreichen der Klimaschutzziele.

Der SGV verliert Marktanteile, wenn die Wettbewerbsfähigkeit nicht verbessert wird.

Ausgehend von einer Stärken-Schwächen-Analyse und den priorisierten Trends haben die Macher der Studie jeweils drei Szenarien für ÖPV und SGV abgeleitet.

Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e.V. (VDV)

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