Schienenverkehr stärken

UNSERE HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN
FÜR EINE BESSERE VERKEHRSPOLITIK


4. Schienenverkehr stärken

Wettbewerbsnachteile für die Schiene sind abzubauen und der Eisenbahnverkehr muss insgesamt gestärkt werden.


Die Schiene ist schon heute Vorreiter in puncto Klima- und Umweltschutz. Die Bahnen in Deutschland befördern jährlich 2,6 Milliarden Fahrgäste im Nah- und Fernverkehr. Im Güterverkehr sind es fast 600 Millionen Tonnen, die pro Jahr auf der Schiene transportiert werden – einschließlich des nicht öffentlichen Schienengüterverkehrs, beispielsweise über eigene Hafen und Industriebahnen. Trotzdem ist die Eisenbahn als Verkehrsträger häufig wesentlich höher belastet als Straßen oder Wasserstraßen. Diese Wettbewerbsnachteile gilt es zu beseitigen. Im Gegensatz zum Straßenverkehr wird auf der Schiene aktuell überall eine Schienenmaut in Form einer Trassengebühr gezahlt. Um im Wettbewerb mit anderen Verkehrsträgern wie etwa dem Lkw bestehen zu können, benötigt die Schiene deshalb dringend bessere und gerechtere Rahmenbedingungen. Die im Masterplan Schienengüterverkehr vereinbarten Maßnahmen sind dazu schnellstmöglich gesetzlich zu verankern und umzusetzen. Zumal der Schienenverkehr (sowohl bei der Eisenbahn als auch bei Straßen-, U- und Stadtbahnen) durch andere Kostenbelastungen wie Energiesteuern und -umlagen – allen vorweg Stromsteuern und EEG-Umlagen – von Jahr zu Jahr teurer wird. Beim Eisenbahnpersonenverkehr ist zudem, ähnlich wie beim Schienengüterverkehr bereits beschlossen, eine deutliche Reduzierung der Trassenpreise notwendig. Für einen effizienteren und attraktiveren Personen- und Güterverkehr auf der Schiene muss darüber hinaus der Deutschland-Takt eingeführt werden. Zudem braucht ein moderner Verkehrsträger wie die Schiene eine dauerhafte Forschungsförderung für Innovationen, die durch entsprechende Bundesprogramme hinterlegt ist.

600 Mio.

Tonnen Güter transportieren die Bahnen jährlich auf der Schiene.

über 90%

des Eisenbahnverkehrs werden im elektrischen Betrieb erbracht.

Ein Elektrifizierungsprogramm der Eisenbahn wird nicht nur den Personen-, sondern auch den Güterverkehr auf der Schiene weiter stärken. Schon heute ist der öffentliche Verkehr weitgehend elektrisch und damit klimaschonend unterwegs. Die Eisenbahn ist Vorreiter, wenn es darum geht, Personen und Güter umweltschonend ans Ziel zu bringen: Über 90 Prozent ihrer Leistungen werden im elektrischen Betrieb realisiert. Ein Sonderprogramm zur weiteren Streckenelektrifizierung, das jetzt dringend angestoßen werden muss, stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Schienenverkehrs, beschleunigt die Energiewende und ermöglicht die bis 2030 zu erreichenden Emissionsminderungen im Verkehrssektor.


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